Roboter

Roboter waren das bevorzugte Mittel der Wahl für die EDP, wenn es darum ging Probleme zu lösen. Ein Umstand der sie, durch jahrelange Forschung und Entwicklung in eine fast vollkommene post-scarcity-Gesellschaft (in etwa Post-Knappheit-Gesellschaft) verwandelte. Auch in der Kriegsführung vertraute die EDP zu großen Teilen auf autonome und automatisierte Konstrukte, um möglichst wenige Menschenleben zu riskieren – wobei wichtige Aufträge, sowie Wartung und Führung der Kriegsanstrengungen immer Menschen vorbehalten waren. Bis sich die KI verselbständigte.

Unmanned aerial vehicle / Drohnen
Damit sind in der Regel kleine, fliegende Roboter mit keiner bis leichter Panzerung und Bewaffnung gemeint. Antriebe reichen dabei von kleinen Rotoren bis hin zu Strahltiebwerken. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt üblicherweise in der Aufklärung oder in der Durchführung von Präzisionsschlägen (s.g. surgical strike) mithilfe von Raketen oder kleinen Railguns. Einige Drohnen verfügten durch besonders leichte Bauweise, starke Batterien und moderne Solarkollektoren die Möglichkeit ununterbrochen am Himmel zu schweben. Selbst 30 Jahre nach dem Fall wäre es möglich noch auf schwebende Drohnen zu treffen.
Auch die Liga setzte bisweilen kleine Drohnen für ähnliche Aufgaben ein, verfügte dabei aber statt autonomer KI über ein System zur Fernsteuerung mittels des im Hinterkopf implantierten Smartlinks.

Unmanned ground vehicle
UGVs sind robotische Militärfahrzeuge, wahlweise mit Rädern oder Kettenantrieben, und auch ihre Größe war, je nach Einsatzzweck sehr variabel. Sie reichte dabei von kleinen Minensuchrobotern, Bombenentschärfern, Spährobotern, bis hin zu autonomen Panzern, Geschützplattformen und Artillerie. Entsprechend programmiert konnten diese Fahrzeuge die Speerspitze eines Angriffs bilden und selbständig feindliche Stellungen räumen oder zerstören. Sie wurden dabei von leichteren Kräften (z.B. Kampfrobotern, Infanterie oder Drohnen) unterstützt, und von einem speziellen Team aus Ingenieuren und KI-Spezialisten begleitet.
Die Liga verfügte über leichte Unterstützungsroboter zur Aufklärung und Minenräumung, welche über Smartlink-Fernsteuerung kontrolliert wurden.

Lethal Autonomous Robot / Kampfroboter
Obwohl UAVs und UGVs bereits viele Bereiche der Kriegsführung abdecken konnten, plante die EDP die vollkommene Ablösung des menschlichen Elements in den eigenen Streitkräften. Dazu gehörte auch die Schaffung einer Streitmacht, die großflächige Angriffe, Unterstützung der schweren Fahrzeuge, sowie Garnisonssaufgaben bewältigen konnte; also typische Aufgaben der Infanterie.
Der menschliche Bewegungsapparat ist ein hochkomplexes Gebilde und basiert, natürlich nach einem Prozess jahrtausendelange Evolution, auf tagtäglicher Übung. Die Leichtigkeit und Autonomie des menschlichen Ganges, geschweige denn vom Laufen, Springen, Bücken und Rollen und dabei das Gleichgewicht wiederzufinden und zu halten, in einen mechanischen Körper zu übertragen, erwies sich als Herkulesaufgabe. Es dauert Jahrhunderte eine für Roboter abstrahierte Version zu entwickeln, doch als die EDP dieses Wunder vollbracht hatte, war es geradezu banal eine Massenproduktion billiger Roboterkörper aufzusetzen. Diese einfachen Kampfroboter wiesen eine grundlegend humanoide Form auf, wurden mit einem ausreichend dimensionierten Energiespeicher und Rechenkern im Rumpf ausgestattet und, aus Gründen der Einfachheit, mit den gängigen Infanteriewaffen ausgerüstet.
Roboter diesen Typs wurden, trotz späterer Updates, als LARs der 1. Generation bezeichnet. Sie konnten ein Gefech taktisch analysieren und befolgten davon abhängig einfache Anweisungen wie “Spüre das Ziel auf”, “Geh in Deckung” oder “Töte das Ziel” aus. Wegen ihrer Einfachheit wurden sie daher oft für Massenangriffe genutzt.
Diese LARs waren jedoch auf konstantes Wiederaufladen an EDP-Stationen angewiesen und besaßen keine Algorithmen für Situationen außerhalb eines Kampfes. Wenn nach dem Fall noch intakte Exemplare existieren, sind diese aller Voraussicht nach ohne Energie und ohne Anweisungen.
In den Jahrzehnten vor dem Fall entwickelte die EDP LARs der 2. Generation, welche in der Regel die Optik von autonom agierenden Power Armors annahmen. Ihr Bewegungsspielraum, sowie ihre Autonomie waren bei weitem größer als bei ihren Vorgängern, somit aber auch ihre Produktionskosten. Durch ihre hohe Treffsicherheit konnten sie es mit einem menschlichen Schützen aufnehmen, waren jedoch nicht für Nahkämpfe bewaffnet, sodass die Steuerungsroutine sich darauf verlegte Kämpfe aus der Distanz zu führen. Obgleich sie dabei taktisch geschickt vorging, waren ihrer Kreativität, wie bei allen Robotern der EDP, Grenzen gesetzt; ein Umstand der von erfahreren Liga-Soldaten oft genutzt wurde, um zu überleben. Nichtsdestotrotz stellten diese Kampfroboter, neben den Space Marines, die größte Gefahr für die Liga dar und es bleibt zu hoffen, dass möglichst keine von ihnen den Fall überdauert haben. Ein LAR II mit künstlichem Bewusstsein und Zugang zu einer Energiequelle wäre ein wahrer Alptraum für jede Post-Fall-Gesellschaft.

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