Alpha

Der erste und letzte Transzendent. Vor Beginn des Letzten Krieges zog er sich in das abgelegene System Agrigento zurück und war von dort aus verantwortlich für das Entstehen, den Verlauf und das katastrophale Ende des Letzten Krieges.

Er gestand den Scavengern seine Rolle in dem Konflikt und dessen Auswirkungen und präsentierte anschließend drei Möglichkeiten, wie die Helden weiter vorgehen könnten – was letztlich zu seiner endgültigen Vernichtung führte. (siehe Log26)

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ACHTUNG: Der folgende Abschnitt sind die Hintergrundgedanken zur Entstehung des Charakters und stimmen möglicherweise nicht mehr zu 100% mit den Ereignissen aus dem Finale überein. Der Kerngedanke bleibt aber erhalten.
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  • Schönhausen revolutionierte bekanntlich die Raumfahrt und stieß das Tor in den Weltraum weit auf. Er wurde dadurch ein regelrechter Held für die Menschheit. Kurz vor seinem Tod erklärte er sich bereit, sich in Kryostase versetzen zu lassen, um miterleben zu können, wie das Spiegelnetzwerk in Betrieb genommen wird.
  • Wie versprochen wurde Schönhausen 2298 aufgetaut, und erlebte das Aktivieren des ersten Spiegeltores mit. Weil die Medizin ebenfalls weiterentwickelt wurde, konnte sein Leben sogar ein wenig verlängert werden.
  • Ab 2300 wurden die Spannungen innerhalb der Menschheit immer größer im Streit um den Wert und Sinn des menschlichen Lebens. Zum eigentlichen Schisma kam es aber dadurch, als transhumanistische Wissenschaftler das Verfahren der Transzendenz entwickelten und das Bewusstsein der ersten freiwilligen Testperson erfolgreich in ein Computernetzwerk einspeisten: Prof. Schönhausen wurde ob seiner Verdienste dieser Ehre zuteil und fortan wurde er auch als Alpha bekannt.
  • Die Zeit des Schismas ist ein Kapitel für sich. Fakt ist: Alpha, der erste Transzendent, überlebte die Kämpfe. Glücklich war er nicht. Das entstehende Konzil der Transzendenten wirkte kleingeistig und machtbesessen, der EDP fanatisch. Alpha hatte sich schon als Mensch nur das Beste für die Menschheit erträumt, doch auch als Transzendent hatte er nicht die Mittel die Lage entschieden zu beeinflussen. So verlegte er sich zunächst aufs Beobachten und Lernen, während Liga und EDP sich gegenseitig bekämpfen, wo sie nur konnten.
  • Der Krieg der Rückkehr war für Alpha extrem prägend: Eine fremde Fraktion tauchte auf, mutmaßlich Aliens… und EDP und Liga hatten nichts besseres zu tun, als sich gegenseitig zu bekriegen, statt mehr über die Fremden in Erfahrung zu bringen, geschweige denn Diplomatie zu versuchen. Als die Liga schließlich Tau Ceti selbst angriff, erlitt sie eine Niederlage nach der anderen. Es war ihr Glück, dass die Konklave ihren Vorteil aufgrund mangelnder Erfahrung nicht langfristig nutzen konnte. Dieser Krieg zeigte Alpha, dass eine menschliche Fraktion gegen einen fremden Feind alleine nicht würde bestehen können.
  • Mit großer Hoffnung beobachtete Alpha die Friedensbemühungen nach dem Krieg der Rückkehr (und drängte im Konzil der Transzendenten zu noch mehr Bemühungen). Als das Letzte Goldene Zeitalter anbrach, schien die Menschheit langsam ihren Zwist beiseite zu legen und vernünftig zu werden. Handelsbeziehungen wurden aufgebaut, die Welten noch stärker miteinander vernetzt.
  • Doch Alphas Hoffnungen wurden zerstört, als er erkannte, dass die Liga weiter heimlich Rüstungsforschung betrieb, die Welten des EDP und der Konklave beobachtete und neue Waffen gegen die alten Feinde entwickelte. Noch größer wurde sein Frust, als er (durch die fortgeschrittene Vernetzung der letzten Jahrzehnte) entdeckte, dass der EDP unabhängig davon an einer Waffe arbeitete, die die Transzendenten vernichten könnte: Projekt Firebird.
  • Und Alpha machte eine weitere schockierende Entdeckung, die selbst dem Beholder-System verborgen blieb, da es sich auf Liga und Konklave konzentrierte: Auf der anderen Seite der Galaxis, im vom Menschen unerforschten Raum gab es Bewegung. Sogar viel Bewegung: Asteroiden rasten mit einem Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit auf Planeten zu und löschten diese aus. Irgendwas lebte dort, irgendwas bekämpfte sich dort und dieses etwas war technologisch sogar in der Lage Asteroiden auf einen Prozentsatz der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen und dazu bereit, diese relativistischen Tötungsvehikel auf Planeten zu schleudern. Es würde wohl noch Jahrtausende oder länger dauern, bis es zu einem Kontakt kam, doch diese Erkenntnis erschütterte Alpha bis in das Herz seines Avatars.
  • Überzeugt davon, dass die drei Fraktionen nur scheinbar einig und die Vereinten Planeten nur eine Farce waren, beschloss Alpha nach über einem Jahrtausend der Beobachtung selbst tätig zu werden: Die Menschheit würde sich nur vereinigen, wenn ein neuer Feind auftauchen würde, gegen den sie alleine keine Chance hätten. Doch selbst im Zweiten Weltkrieg und späteren Konflikten war diese Einigkeit nur vorübergehend und stets von Vorbehalten geprägt: Es war beispielgsweise immer klar, dass die westlichen Alliierten und die Sowjetunion sich gegenseitig bekämpfen würden, sobald der gemeinsame Feind besiegt worden war.
    Alpha kam zu dem Schluss, dass es folglich keine Hoffnung auf ein “Danach” geben dürfe. Die Menschen müssten erst bis an den Rand der Vernichtung gebracht werden, damit sie lernten ihren vergangenen Zwist und ihre kollidierenden Ideologien beiseite zu legen.
    “Der Glaube teilt uns, der Tod vereint uns” wurde zu einer Umschreibung für Alphas Denkmuster (das er übrigens mit seinem Freund Agamemnon teilte, jedoch ohne diesen jemals in seinen Plan einzuweihen).
    Alpha wusste, es müsste ein Feind sein, der stark genug war, die anderen Fraktionen zu besiegen, der diese aber nicht zerstören würde – der im letzten Moment aufgehalten werden könnte – notfalls, weil er selbst diesen Feind kontrollieren und bremsen würde.
    Alpha war klar, dass er dabei Milliarden von Menschenleben auslöschen und unbeschreibliche Gräuel begehen würde. Aber am Ende stand die Hoffnung, dass die Überlebenden sich endlich zusammenschließen würden.
  • Er infiltrierte jahrelang heimlich die Computersysteme des EDP und bereitete alles für eine Übernahme der Rechencluster vor. Seinen Avatar ließ er in einem geheimen Schiff auf einen entfernten Planeten bringen. Er streute gezielt Informationsfragmente ins Konzil der Transzendenten und manipulierte diese dazu einen transzendenten Spion im Körper eines Androiden ins Gebiet des EDP zu schicken: Ghost
  • Das Konzil errechnete eigenständig, dass der EDP eine Waffe entwickeln würde und aufgehalten werden müsste. Als die Invasion beschlossen wurde, war es Alpha, der das Beholder-Sicherheitssystem des EDP mit Fehlinformationen fütterte und eine Evakuierung der Produktionskomplexe auf Perseus veranlasste. Einen Großteil der autonomen Schiffe leitete er daraufhin zu seinem geheimen Stützpunkt.
    Alpha intrigierte wo er konnte und zog auch die Konklave in den Krieg hinein und bewirkte dafür eine Eskalation des Konflikts. Während er in der Zwischenzeit eigene Streitkräfte aushob, sollte dem Rest der Menschheit wieder bewusst werden, welche Gräuel sie einander antun konnten.
  • Schließlich griff Alpha selbst in den Konflikt ein, als er die Autonomen Systeme des EDP übernahm und miteinander verband. Die KI war “geboren” und trieb die Menschheit an den Rand der Vernichtung. Schließlich schlossen sich auch die menschlichen Fraktionen zusammen, um gegen den neuen Feind bestehen zu können. Alpha registrierte das mit Freude, doch um dieses Band zu festigen weitete er die Angriffe der KI weiter aus, bis der Krieg in der Entscheidungsschlacht um Terra mündete.
  • Alphas Plan war einfach: die alliierten Menschen sollten zwar schwere Verluste erleiden, doch diese Schlacht hätten sie gewinnen sollen. Es ist unklar, wo Alphas Irrtum lag: Vielleicht hat er seine eigene Stärke unterschätzt, vielleicht die der Menschen überschätzt. Vielleicht waren die Menschen auch verzweifelter als er dachte. Die Menschen zündeten Projekt Phoenix, eine Waffe die sie selber nicht genau verstanden und die auch Alpha nicht mehr einschätzen konnte.
  • Es war ein Fiasko. Die Truppen der KI waren besiegt, doch gleichzeitig hatte die Menschheit sich selbst verkrüppelt und fast alles unbrauchbar gemacht, was sie sich im vergangenen Jahrtausend aufgebaut hatte. Alpha hatte die Menschheit vielleicht, zumindest für kurze Zeit, vereint, doch ihr dabei Arme und Beine amputiert.
    Schlimmer noch: die zusammengeschweißte KI spaltete sich in ihre Subsysteme auf und jede entwickelte ein unheimliches Eigenleben, wenngleich auch nur mit einem Bruchteil der früheren Ressourcen – trotzdem können sie sich jederzeit zur tödlichen Gefahr für die überlebenden Menschen entwickeln.
  • Alpha hingegen überlebte im Gegensatz zu den anderen Transzendenten, war jedoch auf seinem entfernten Planeten gefangen. Sein Avatar ist bewegungsunfähig, sein Geist gefangen in einer Schleife: immer wieder springt sein Gedächtnis auf den Stand kurz nach dem Fall zurück, nur stückchenweise ist er in der Lage neue Gedanken abzuspeichern, indem er alte Erinnerungen dafür überschreibt. Immer wieder durchläuft er dieselben traumatischen Erkenntnisprozesse nach dem Fall. Ihm ist bewusst, was mit der Menschheit passiert ist und was mit ihm geschieht. Er weiß, dass er, die technischen Möglichkeiten besäße die rebellierenden KIs wieder zu übernehmen und abzuschalten (oder anzuführen) und er weiß auch zu welchem Preis: Alpha müsste restlos gelöscht werden und ein neuer, frisch erschaffener Transzendent müsste seinen Platz einnehmen. Die Gerätschaften sind bei ihm vorhanden.
    Doch niemand weiß, wo man Alpha finden kann.

Alpha

The Stars have fallen AbEnd