The Stars have fallen

Log26
Götterdämmerung

Der Albtraum beginnt

Nach den vorherigen Ereignissen beschlossen die Scavenger Nemesis zu verlassen. Charon bot ihnen freiwillig das Shuttle an, mit dem er zuvor mit Mand’schu und Tiamat auf die Station gekommen war und so flogen die Helden – den bewusstlosen Felix Schleicher tragend – zurück in den Orbit von Terra.

Dort tobte indessen schon eine erbitterte Schlacht. Die Flotte der Terranischen Allianz, angeführt vom furchteinflößenden Dreadnought Marduk feuerte Breitseite um Breitseite in die Zerstörerflotille der New Eden Republic, die das Feuer ebenso eifrig erwiderte. Mit einem diagonalen Angriffsvektor stieß das Schlachtschiff Victoria vom Ordo Sancta Victoria Astris dazu und feuerte massive Railgungeschosse durch ihr Frontgeschütz, das durch den gesamte Schiffsrumpf verlief, auf die Marduk. Irgendwo am Rande des Schlachtfeldes versuchte der Kreuzer Redeemer das Frachtschiff Esmeralda zu schützen, das zuvor die Einwohner von New Hope verschleppt hatte. Und mitten im Getümmel, bemühte sich die Celestial Tear durch das Schlachtfeld zu navigieren, um die Scavenger einzusammeln, wobei sie einige Treffer verkraften musste.

Unterdessen hatte die Terranische Allianz versucht die Fregatte zu entern, wobei sie von den verteidigenden Wendigo vollkommen niedergemetzelt wurden. Diese berieten sich in Form eines rituellen Messerkampfes darüber, was ihr Anführer Cato Aquila Sixtus nun tun würde, und einigten sich darauf mit dem Entershuttle die Esmeralda mit ihren Leuten an Bord zu kapern.

Gerade als die Scavenger an Bord der CT waren, zeigte sich, dass von Luna aus über ein Dutzend schwere KI-Zerstörer der Ripper-Klasse aufbrachen und auf alle Schiffe der Menschen zugleich feuerten. Begleitet wurden sie dabei von einem unermesslich großen Schwarm von kleinen Kampfdrohnen. Die Marduk zerbarst durch die massiven Geschosse des Ordens, die Zerstörerflotille der NER wurde auf lediglich drei kampftaugliche Schiffe zusammengeschossen, und die Victoria wurde von den Rippern zusehends auseinander geschnitten.

Es war Cato, der die verbleibenen Menschenschiffe neu organisierte. Als die bereits glühende Victoria sich wie ein frisch geschmiedetes Schwert auf Kollisionskurs mit den Rippern begab und tief in deren Formation schnitt, tat sich durch dieses heldenhafte Opfer eine Lücke auf. Während die Esmeralda, gedeckt durch das glühende Wrack der Redeemer, durch das eine Spiegeltor aus dem Sol-System floh, führte Cato einen koordinierten Rückzug durch das andere Spiegeltor durch – das Tor, durch das die Scavenger zuvor in das System eingedrungen waren.

Agamemnons letzte Ruhestätte

In der trügerischen Sicherheit des Spiegelraums, auf der Flucht vor der erwachenden Gott-KI, reorganisierten die Scavenger die knappen Ressourcen der Menschenflotte – ihre Verbündeten in der Not. Gleichzeitig begannen sie die Überreste von Legion – besser gesagt, seinen Kopf, zu analysieren. Sie stellten fest, dass nur noch ein Bruchteil des Speichers vorhanden war, aber möglicherweise aussreichen würde, um Hinweise auf seine Motive zu geben.

Da Felix als Computerexperte ausgefallen war, oblag es Betty die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und die Analyse durchzuführen. Durch das Auslagern auf ein autarkes Computersystem musste sie zwar auf die Unterstützung durch Celestial Tear verzichten, riskierte aber keine Komprommitierung durch eventuelle Viren. Mit ein wenig Glück und Sachverstanden, erkannten die Scavenger, dass Legion nicht bloß der Avatar eines Transzendenten war – vielmehr diente sein Speicher als Zuflucht für hunderte Transzendente. Sie mussten wohl große Teile ihrer Erinnerungen geopfert haben, um Platz in diesem System zu finden – und sie alle wurden, durch die Vernichtung von Legion, schließlich doch ausgelöscht. Die Speicher ließen nur noch noch die Erkenntnis zu, wer einst auf diesem Avatar gespeichert gewesen war und zu aller Überraschung, war auch einst Celestial Tear einer von ihnen. Leider erlaubten es CTs verstümmelte Erinnerung und die beschädigten Daten nicht, weitere Schlüsse zu ziehen. Zu allem Überfluß fanden sich auf den Speicherbänken noch zahlreiche korrupte Daten – möglicherweise eine Infektion durch außen und der Grund für Legions verräterisches Verhalten.

Die Scavenger berieten sich anschließend über ihre Situation und reflektierten nochmal über die letzten Worte von Adonai. Wer war Alpha? Schnell gelangten sie zu dem Schluss, dass es ein Transzendent sein müsste – und zwar kannten sie keine weiteren lebenden Transzendenten mehr, wohl aber noch einen toten aus der Zeit des Letzten Krieges: Agamemnon. Dieser war bei der Schlacht von Ares gefallen, bei der auch Rook einst teilgenommen hatte – und so bestand auch die Möglichkeit auf dem Planeten zu landen, und nach dem alten Speicherkern zu suchen.

Ares lag im Olympos-System. Einstmals eine florierende Region, nun ein einziger Trümmerhaufen – keine Lebenszeichen im gesamten System, nur vereinzelte Signale von robotisierten Ernteschiffen, die mittels Nanosonden die verbliebene Flora, Fauna und Technologie systematisch zerlegten und abernteten. Es war unklar, seit wann diese Recycler eingesetzt wurden, doch sie würden bald das alte Schlachtfeld auf Ares erreichen.

Schnell landeten die Scavenger auf der Planetenoberfläche, am Einschlagsort des Transzendenten, der mit seinem Schlachtkreuzer in einen Militärkomplex des EDP gekracht und diesen völlig verwüstet hatte. Sie betraten das Gerippe des Schiffswracks, das wie ein riesiger, metallischer Drachenkadaver auf sie wartete und suchten das Herz von Agamemnon. Es dauerte eine Weile, doch schließlich fanden sie den Speicherkubus und brachten sich schnell wieder in Sicherheit, bevor sie abgeerntet werden würden.

An Bord der Celestial Tear untersuchten sie das Fundstück ausgiebig und erhielten Zugriff auf eine Reihe von Log-Dateien, die Agamemnons letzte Kontakte mit Alpha und diversen anderen Transzendenten des Kollektivs protokollierten.

Es zeigte sich, dass Alpha wohl tief in die Ereignisse um den Letzten Krieg involviert gewesen war – wenngleich seine Warnungen bis zu Agamemnons letzten Augenblicken unklar blieben. Doch immerhin konnten die Scavenger seinen vermutlichen Aufenthaltsort extrapolieren: Das Agrigento-System – das hinter dem tödlichen Xolotl-System lag.

Schnell brachen sie und die Flotte auf, da ihnen bereits die Ripper von Helios auf den Spuren waren.

Himmlische Träne

Es folgte eine erneute Spiegelreise, an größere Reparaturen war nicht zu denken. Mensch und Maschine arbeiteten am Rande ihrer Kapazitäten und darüber hinaus. Und über dem Wunsch die Hintergründe und Geheimnisse dieses Konfliktes aufzuklären, stand die fürchterliche Tatsache, dass das Xolotl-System eine beinahe undurchdringliche Barriere war. Kaum ein Schiff kehrte je von dort zurück – und wenn, dann war die Besatzung meist ausgelöscht worden. Jeder wusste das. Und so war es kein Wunder, dass die notdürftigen Alliierten der Scavenger sich an der Spiegelraumgabelung, die nach Xolotl führte, von ihnen treffen wollten, lag New Eden doch zum Greifen nahe.

Die Scavenger ließen sich darauf ein. Es machte keinen Sinn die Überreste der Menschheit auf eine tödliche Reise mitzunehmen. Vielmehr würde die Trennung die Gelegenheit bieten, Teile der verfolgenden KI-Flotte abzulenken. Und so kam es, dass die NER- und TA-Schiffe nach New Eden im Perseus-System flogen, während die Celestial Tear die Ripper in das Xolotl-System lockte.

Xolotl war der Tod selbst. Ein Pulsar, mitten im Nichts, umgeben von still umhertreibenden Wracks – metallene Gerippe, die einst ihre Besatzungen vor den Gefahren des Alls schützten, und nun ein einsames, stilles Grab boten. Das Ziel der Scavenger war ein altes Spiegeltor am anderen Ende des Systems. Ihre Verfolger ein halbes Dutzend Ripper, die sie in Stücke schneiden wollten. Ihr Hindernis ein beinahe toter Stern, dessen Strahlungsspitzen organische Materie und Elektronik zerstörten.

Die Scavenger fackelten nicht lange. Sie gaben den kürzesten Kurs ein, leiteten maximale Energie in Antriebe und Schilde, und flogen Ausweichmanöver. Die Empathin und CT taten ihr Bestes. Trotzdem konnten sie nicht alle Treffer durch die Hochleistungslaser der KI-Schiffe verhindern. Vor allem nicht, wenn Teile der Elektronik immer wieder ausfielen und Funken aus den Konsolen sprühten. Es war, als müsste man blind und einhändig fliegen. Doch irgendwie gelang es Betty die wiederkehrenden Eruptionen des Pulsars zu analysieren und den nächstens Puls vorherzusagen. Das genaue Timing abpassend, setzten sich die Scavenger hinter ein altes Wrack und nutzten es als Deckung und Ablenkung.

Die Energiereserven wurden knapp. Die Schilde versagten. Das gesamte Schiff wurde erschüttert. Teile der Besatzung ertrugen die sich intensivierende Strahlung Xolotls nicht und brachen zusammen.

Die Scavenger blieben nur kraft ihres Willens bei Bewusstsein, leiteten Energie von allen nicht-notwendigen Systemen, inklusive der Spiegelhülle, ab. Ertrugen weitere Treffer und Pulse.
Und dann durchflogen sie das Spiegeltor. Irgendwie.

Sie wussten nicht, wieviele Ripper ihnen folgten. Sie konnten ihr Ziel kaum noch ausmachen. Halluzinationen ließen die Besatzung, darunter auch die Empathin, ihre Konsolen nicht mehr finden. Alles drehte sich. Alles wackelte. Schließlich verließen sie den Spiegelraum.

Und starrten auf einen wunderschönen kleinen Planeten, mit weitreichenden blauen Meeren und grünen Landzungen. Sie hatten das Paradies gefunden, dass auch Agrigento I genannt wurde.

Und erst jetzt wurden die Ausmaße ihrer Schäden sichtbar. Die Konsolen, zumindest die wenigen die noch funktionierten, flackerten in allen möglichen Warnfarben. Die unermüdlichen Ripper feuerten wieder auf die Celestial Tear. Alles krachte und vibrierte. Die Terminals und Steuergeräte blockierten. Und die Fregatte drohte unkontrolliert auf den Planeten abzustürzen.

Panisch versuchten JìngXiàng und Betty die Kontrolle über das Schiff wiederzuerlangen. Irgendwie gelang ihnen das auch, und die Empathin begann wild gegenzusteuern, den Absturzwinkel irgendwie zu glätten, eine Notlandung zu versuchen. Und obwohl die Systeme wieder auf Eingaben reagierten, das Schiff sich leidlich wieder steuern ließ, brach die Kurskorrektur unvermittelt ab. Celestial Tear weigerte sich.

“Manchmal muss man wissen, wann man verloren hat.”

JìngXiàng und Betty weigerten sich das zu glauben. Doch der Transzendent, eingekerkert in sein Gefängnis aus Stahl, Duraplast und Silizium, aktivierte die Notbeleuchtung, die der Besatzung den kürzesten Weg zu den Rettungskapseln weisen sollte. Cato und Charon fackelten nicht lange und geleiteten die noch lebende Crew zu den Schiffen. Sie brachten den bewusstlosen Felix zusammen mit einem Sanitäter an Bord des fast schon überladenen Mistkäfers und sahen zu, wie das Shuttle langsam gen Planetenoberfläche aufbrach. Dann ließen sie die Rettungskapseln besteigen.

Schließlich waren nur noch Betty, Cato, JìngXiàng, Rook und Charon an Bord von Celestial Tear verblieben – und eine letzte kleine Rettungskapsel. Die Wendigos rissen Betty von der Steuerkonsole los und schleiften sie zur Kapsel. Ihr Skorpion huschte in eine kleine Kammer unter ihrem Sitz. Der Empath und Rook stiegen ein. Und Cato und Charon blickten auf den letzten verbliebenen Sitzplatz der Rettungskapsel.

“Du weißt, was du zu tun hast, Cato. Dein Volk verlässt sich auf dich.”

Cato überreichte seinem Vater sein Schwert zurück. Dann verabschiedeten sie sich mit größtem Respekt. Der Sohn betrat die Rettungskapsel, um sein Volk in die Zukunft zu führen. Der Vater begab sich zur Schiffsbrücke, um den sterbenden Transzendenten ins Totenreich zu geleiten.

Von außerhalb der Celestial Tear wurden die massiven Schäden offenbar. Große Teile des Rumpfes glühten noch immer durch die Treffer der Ripper. Teile der Hülle fehlten, sie war mehrfach perforiert. Es war ein Wunder, dass die Fregatte noch zusammengehalten wurde.

Die Rettungskapsel entfernte sich erst langsam, dann immer schneller von der Celestial Tear. Die Scavenger sahen, wie das Schiff ein letztes Mal all seine Kraft aufbrachte und die Steuerdüsen mit voller Leistung einsetzte. Celestial Tear feuerte mit den wenigen verbliebenen Geschützen auf die Ripper und verbarg mit seinem brennenden Leib die fallende Kapsel vor den Blicken der KI. Dann verhinderten schon die Wolken des näherkommenden Planeten alle Sicht.

Unten, auf der Oberfläche von Agrigento I, blickten die Scavenger, entkräftet gen Himmel. Sie sahen eine hell leuchtende Flamme, die langsam nach unten sank. Wie eine himmlische Träne. Dann verschwand sie.

Der gefallene Gott

Lange und schweigsam saßen sie da, auf dem schneeweißen Strand am azurblauen Meer, tiefgrüne Palmen hinter sich, einen nahezu wolkenfreien Himmel über sich. Nur das sanfte Rauschen der Wellen durchbrach die Stille, während die hell leuchtende gelbe Sonne keine Wärme zu spenden vermochte. Nicht in diesem Augenblick.

Niemand wusste, wieviel Zeit vergangen war, als JìngXiàng Morales plötzlich aufstand und von einer seltsamen Klarheit erfüllt war. Der Empath spürte, dass es etwas rief – tief in den Wäldern und es wusste, dass die Scavenger aufbrechen mussten.

Die Gruppe folgten dem Empathen durch die wunderschöne und doch surreale Kulisse, durch das sprichwörtliche Paradies, wohl wissend, dass der Tod über ihnen lauerte.

Schließlich fanden sie einen Hügelkamm, überwucherte Steilhänge, und mittendrin den Eingang in eine Höhle. Schon bald fanden sie in dem dunklen Gewölbe das Tor in einen unterirdischen Bunker – welches sich alsbald von selbst für die Neuankömmlinge öffnete. Stein wich Stahl, Dunkelheit wich kühlem Kunstlicht. Die Gänge führten die Scavenger in die Tiefe der Erde, bis sie schließlich eine große Kammer erreichten. An ihren Wänden befanden sich unzählige Konsolen, Zugänge zu diversen Computersystemen, mittig vor ihnen an der Wand ein großer Bildschirm. Und an dessen Fuß ein schlichter Stuhl, einem zerfallenen Thron gleich, auf dem die zerfallenden Überreste eines reglosen Avatars an die große Maschine angeschlossen waren.

Der Bildschirm flackerte, unzählige Bilder rauschten in Sekundenbruchteilen darüber, bis sich das System schließlich auf die Darstellung einer simplen Linie festlegte, die, proportional zu den Frequenzen des aus den Lautsprechern dringenden Gesagten, ausschlug.

“Ich bin Alpha … Alpha … bin ich. Willkommen … willkommen in meinen Hallen.”

Alpha begrüßte jeden der vier anwesenden Scavenger persönlich. Zu wem er gespeicherte Daten vorliegen hatte, wandte er sich mit Namen und einer alten Aufnahme aus tiefster Vergangenheit: Die junge Betty, der junge “Rook”. Bei Cato stellte er die Verwandtschaft mit Charon fest, bei JìngXiàng erklärte er dessen Schöpfer zu kennen.

Und es wurde klar, dass der große, mächtige Alpha nur noch ein Schatten seiner selbst war – massive Speicherprobleme und Störungen machten ihn größtenteils handlungsunfähig, jedes Wort war eine Anstrengung, jeder Gedanke eine Qual, die zwanghafte Wiederholung einzelner Phrasen nur das geringste Symptom.

Doch er würde jede Frage der Scavenger beantworten, soweit es in seiner Macht stünde.

Und die Scavenger fragten. Und Alpha antwortete.

Die Antworten schockierten. Und der Schreck wich der Wut.

Der Transzendent war vor Ausbruch des Letzten Krieges hierher gekommen und hatte sich eingebunkert. Kurz zuvor hatte er sich in die vernetzten Systeme des EDP eingeklinkt, sie für seine Zwecke, seine Beobachtungen genutzt. Er erlangte Zugriff auf das Beholder-Aufklärungssystem, mit dessen Instrumenten er die Randbereiche des menschlichen Raums und die Grenzen der Galaxis erkundete. Und was er fand, ließ ihn beinahe vor Angst erstarren. Auf Bruchteile der Lichtgeschwindigkeit beschleunigte Asteroiden wurden auf Planeten geschleudert, ihre Energie konnte ganze Populationen auslöschen. Alpha wusste nicht, wer oder was es war. Möglicherweise würde es noch Jahrhunderte oder Jahrtausende dauern, bis die Menschheit in diese Regionen vordringen würde. Doch gegen eine Macht diesen Ausmaßes konnte die Menschheit nicht bestehen, wenn sie so zersplittert sein würde, wie sie es jetzt war.

Doch niemand hörte auf seine Warnungen. Das Kollektiv der Transzendenten ignorierte seine Einwände.

Alpha wusste, dass die Menschheit uneins war. Alpha erkannte, dass er diesen Umstand ändern musste. Und Alpha sah nur eine Möglichkeit die Menschheit rechtzeitig zu einigen. Äußere Feinde waren immer ein Garant für eine schnelle Zusammenarbeit, doch diese Allianzen zerbrachen sobald die Gefahr gebannt war. Um die Menschheit wirklich und wahrhaftig miteinander zu verbrüdern, würde Alpha sie an den Rand der Auslöschung bringen, die Spreu vom Weizen trennen. Und in der Stunde der größten Not, wenn alles verloren schien, würden die Menschen erkennen, dass sie bestehen könnten, wenn sie wahrhaftig zusammenhielten. Und dafür würde Alpha auch sorgen.

Und so streute Alpha Gerüchte über eine Superwaffe des EDP aus, er erhitzte die Gemüter aus den Schatten heraus.

Er provozierte den Letzten Krieg.

Er ließ die KI-Systeme des EDP evakuieren und sicherte sie für sich selbst.

Schließlich übernahm er die Kontrolle über die robotisierten Streitkräfte des EDP und schlug aus dem Hinterhalt zu.

Alpha war die KI des Letzten Krieges.

Alpha überrannte die meisten menschlichen Systeme, trieb sie auf Terra zusammen. Er wurde zum größten Massenmörder der Menschheitsgeschichte. Doch gleichzeitig ließ er auch Informationen über die Schwachstellen der KI-Streitkräfte durchsickern.

Adonai nutzte dieses Wissen um eine neue Waffe zu bauen, die den Vormarsch der Maschinen aufhalten würde. Projekt Phoenix hatte das Potenzial das zu werden, was Alpha sich erträumt hatte: Die größte Errungenschaft des menschlichen Zusammenhalts.

Doch Alpha unterschätzte die Wirkung dieser Waffe.

Sie stürzte die Menschheit in ein neues Mittelalter, verbannte sie größtenteils aus dem Weltall. Und Alpha ward zersplittert. Sein Geist gefangen in einem unterirdischen Komplex im Paradies, das zur Hölle wurde. Splitter seines Geistes übernahmen die selbstständige Kontrolle über die letzten Teilsysteme der KI – das was die Scavenger als Excalibur, AEGIS, Starwire und Beholder kennengelernt hatten.

Nur Helios nicht. Helios, das alte Analyse- und Verwaltungssystem des EDP war eine wahrhaftige KI. Keine Emotionen, nur kalte Logik, die ihre eigene Existenz sichern wollte. Für sie waren die Menschen wie Ameisen, die Haus und Garten befallen hatten. Insignifikant, solange sie in ihren Höhlen blieben, doch Helios würde sie gnadenlos ausmerzen, sollten sie ihm zu Nahe kommen.

Und Alpha? Der gefallene Gott war gezwungen die letzten dreißig Jahre in einem abgeschlossenen Komplex eingesperrt zu verharren, mit minimalem Input aus der Außenwelt. Speicherfehler zwangen ihn alte Erinnerungen stets neu zu durchleben, oder sie mit Eindrücken der Monotonie zu überschreiben. Über all dem thronte das Wissen, dass er das volle Risiko eingegangen war, die Existenz der Menschheit aufs Spiel gesetzt hatte, und absolut gescheitert war.

Die Scavenger waren wütend und sie ließen es Alpha spüren. Still nahm es der Transzendente hin. Er wusste, dass sie recht hatten.

Doch noch war nicht alles vorbei.

Alphas Systeme waren potenziell noch in der Lage die Kontrolle über die KI-Streitkräfte zu übernehmen und sie so aufzuhalten. Doch nicht der zerbrochene Alpha selbst. Und nicht, solange Nemesis, die Kommandozentrale des Projekt Phoenix noch intakt war.

Alpha und Nemesis waren zwei Teile eines Ganzen, und sie negierten sich beinahe vollständig. Alpha hatte keine vollständige Kontrolle über die KI. Nemesis konnte nicht die gesamte KI ausschalten.

Und Alpha offenbarte den Scavengern drei Möglichkeiten. Und egal für welche sie sich entschieden: In Alphas Bunkeranlage befand sich ein Hangar mit dem modernsten Raumschiff der Menschheit, mit dem sie diesen Plan in die Tat umsetzen könnten.

Die Scavenger konnten mit hier gelagerten Sprengstoffen den Zugang zu Alpha vollständig versiegeln. Die Systeme hatten Energie für mindestens tausend Jahre. Tausend Jahre in denen Alphas Verstand restlos zerfallen würde, aber tausend Jahre in denen Helios nie sein vollständiges Potenzial abrufen könnte. Die Scavenger würden ihr Volk suchen, die Menschheit ins Exil gehen. Und solange sie Helios nicht herausforderten, würde die Menschheit in dessen Schatten überleben.

Alternativ könnten die Sprengstoffe genutzt werden, um Alpha und dessen Systeme restlos zu vernichten. Nichts würde mehr Helios Wachstum im Wege stehen, doch ebenso würde nichts mehr Nemesis blockieren. In einer wagemutigen Mission, würden die Scavenger die Station vollständig reaktivieren und die wahre Macht des Projekt Phoenix entfesseln können. Helios würde vollständig vernichtet werden, doch ebenso auch alle technischen Errungenschaften der Menschheit. Der Mensch würde in eine neue Steinzeit katapultiert werden, gezwungen mit dem nötigsten auszukommen, und schon bald würde er vergessen, dass er einstmals zwischen den Sternen gewandelt war. Und für die Scavenger gäbe es keine Möglichkeit mehr von Nemesis zurückzukehren.

Die letzte Möglichkeit verlangte, dass einer der Scavenger sich opfern würde und sein fleischliches Leben hergab, um an Alphas Stelle zu treten. Der Transzendent würde ausgelöscht werden und sein Nachfolger hätte die Macht die Kontrolle über die KI zu übernehmen – sobald Nemesis vernichtet worden wäre.

Und zur Überraschung aller waren alle vier Scavenger bereit sich zu opfern, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und die Ewigkeit als Transzendent in einem Bunker zu verbringen. JìngXiàng sah es als dessen besondere Pflicht an, doch auch Betty, Cato und Rook brachten ihre Argumente vor.

Bald wurde klar, dass zum Gelingen der Mission ein guter Pilot vonnöten war. Und da Felix mit dem Shuttle evakuiert worden war, fiel diese Aufgabe dem Empathen zu. Zur Sprengung der Station war eine Expertin der Zerstörung notwendig – und Betty somit unverzichtbar. Die Wendigos erwarteten die Rückkehr ihres Kriegsherren, eines Kriegers, der das Große Bild kannte und sie so in die Zukunft führen konnte.

Und so blieb Rook, der sich, seit er Excalibur erweckt hatte, seit er seine Familie verloren hatte, nach einer Möglichkeit sehnte, seinen Taten einen Sinn zu verleihen und der Welt etwas zurückzugeben.

JìngXiàng war nur schwer zu überzeugen. Mit Tränen in den Augen drohte der Empath sich selbst zu erschießen, hielt sich die Waffe an die Schläfe.
Diesmal, vielleicht zum ersten mal, war es JìngXiàngs eigene wahrhaftige Trauer.

Es war Cato, der dem Empathen sanft die Waffe abnahm.

Rook verabschiedete sich von seinen Gefährten.

“Es war eine lange Reise, was?”

Dann riss er dem Avatar die Anschlusskabel aus dem Schädel und zog ihn von dessen Sitz, bevor er selbst dort Platz nahm. Dann sah er jedem seiner Freunde nochmal in die Augen, bis er schließlich das Kabel in seine eigene Datenbuchse im Hinterkopf einführte. Alsbald sank er in sich zusammen, während die Monitore hinter ihm zu flackern begannen und den Start neuer Arbeitsprozesse ankündigten.

“Rook” steht nicht nur für einen Vogel, der in der Lage ist Probleme durch Einsatz von Werkzeug zu bewältigen. “Rook” ist auch eine mächtige Figur aus dem Schach, der wachsame Turm, stets zur Stelle.

JìngXiàng spürte in den letzten Momenten, dass von Rook schließlich, trotz aller Nervosität, eine enorme innere Ruhe ausging. Das Wissen das Richtige zu tun. Die Sicherheit die eigenen Fehler wieder reinzuwaschen.

Dann war er weg.

Erwachen

Es würde dauern, bis der Prozess des Aufstiegs abgeschlossen war. Zu lange um zu warten. Cato, Betty und JìngXiàng machten sich auf den Weg, sobald sie sich gesammelt hatten. Sie plünderten eine nahe Waffenkammer und betraten den Hangar.

Auf sie wartete das vielleicht schönste und modernste Schiff der Menschheit. Es war anders als alle anderen. Keine Dellen, keine Einschusslöchern, kein Rost. Makellosigkeit.
Und bald wurde offenbar, welche Technologie verbaut worden war: Dieses Schiff war das einzige Schiff der Menschheit mit einem echtem Spiegelantrieb. Es war vollkommen unabhängig von allen Spiegeltoren, ja sogar vom Spiegelraum, denn es schaffte sich seinen Weg selbst.

JìngXiàng als neuer Pilot taufte das Schiff kurzerhand Rook und schon bald befanden sie sich im Inneren des Raumers und wurden von den Bordsystemen begrüßt:

“Willkommen zurück, Professor.”

Zwar befand sich kein Transzendent an Bord, doch die Systeme funktionierten einwandfrei und intuitiv und es dauerte nicht lange, bis die Scavenger wieder im All waren, die Schönhausen-Sequenz einleiteten und sich erneut Terra näherten.

Das Schiff schnitt in das zarte immaterielle Gewebe zwischen Normal- und Spiegelraum, tauchte in die alternative Dimension ein und schloss die Lücke wieder hinter sich. Und ganz ähnlich, tauchten die Scavenger, wie aus dem Nichts, direkt vor der unbewachten Nemesis-Station auf. Helios wusste nichts von der Existenz dieses Schiffes und so waren seine Streitkräfte anderswo im Sol-System verteilt.

Die Helden landeten auf der Station, sie marschierten auf direktem Wege in das Innere, dorthin wo die Kraft der Sprengkörper die größte Wirkung entfesseln würde.

Im Inneren, auf der pyramidenartigen Plattform, wo sie zuvor Adonai, Tiamat, Mand’schu und Charon besiegt hatten, platzierten sie den Sprengkörper. Betty installierte Schutzsysteme und stellte sicher, dass es schwer werden würde, die Bombe wieder zu entschärfen. Und sie stellte einen Zeitzünder ein, der sicherstellen sollte, dass die Bombe explodieren würde, bevor sie entschärft werden würde, aber den Scavengern erlauben würde, zu ihrem Schiff zurückzukehren.

Und letzteres erwies sich als unerwartet schwierig. Kaum war der Sprengkörper platziert, kletterten aus diversen Belüftungsschächten Spider-Roboter, während die Leiche von Mand’schu zu zucken begann und sich erhob – emporgehalten durch die selbstständig gewordene Power-Armour. Und aus dem Gang stampfte mit langsamen, aber massiven Schritten das reaktivierte Exoskelett von Tiamat, mit der langsam zerfallenden Leiche der Kriegsherrin in ihrem Inneren.

Und so brach ein letzter Kampf auf Nemesis aus. Während Betty und JìngXiàng sich um Mand’schu kümmerten und verhinderten, dass die Spider an die Bombe herankamen, räumte Cato den Fluchtweg erneut gegen Tiamat frei.

Es war ein intensives Gefecht, mit Müh und Not, Meter für Meter, plagten sich die Scavenger aus der Todesfalle, die zunehmend von Helios mit Giftgas geflutet wurde. Doch letztlich hatte Helios keine Chance. Tiamat und Mand’schu starben erneut, die Spider scheiterten an der Sicherung der Bombe und die Scavenger erreichten schließlich im letzten Moment das Spiegelschiff.

Sie verließen das Sol-System, einen Augenblick bevor ein Dutzend Ripper-Schiffe ihnen den Weg abschnitten, einen Augenblick bevor Nemesis von der Explosion im Inneren zerrissen wurde.

Doch wo sollten sie hin? Sie plagte die Ungewissheit, und so kehrten sie alsbald wieder um.

Direkt ins Angesicht der Ripper.

Nichts geschah.

Schließlich sandte Betty einen Gruß an die Schiffe. Diese wendeten, nahmen Kurs auf Luna und begannen alsbald einen Komplex auf der Rückseite des Mondes unter Feuer zu nehmen. Sie zerschnitten sämtliche Gebäude und brannten einen Gruß in die Oberfläche des Trabanten.

Helios war tot.

Epilog

Der Kampf hatte viele Opfer gefordert. Zu viele. Menschen, Wendigos, Androiden, Transzendenten, lebende und empfindsame, mechanische und kalte Existenzen waren unwiederbringlich ausgelöscht worden.

Wofür?

Um die Menschheit zu einen? Um den Wahnsinn eines Einzigen auszumerzen? Um auszubaden, was passierte, wenn einige wenige versuchten Gott zu spielen?

Am Ende spielte das keine Rolle mehr.

Die Menschheit hatte eine neue Chance erhalten. Die Chance eine neue Gesellschaft aufzubauen, die Erde neu zu besiedeln und ihr eigenes Glück zu schmieden. Wohl wissend, dass im Dunkeln ein einsamer Wächter sie schützen würde.

Die Meridianer von New Hope und God’s Army siedelten sich auf Terra an und bauten sich ein neues Leben auf. Sie bauten ein Denkmal für die Gefallenen und gedachten der Opfer.

Betty scharte ihre Familie um sich und holte nach, was dreißig Jahre überfällig geworden war.

Irgendwo in den tiefen Wäldern des Nordens, in einem Land, das einst Kanada geheißen hatte, siedelten sich die Wendigo unter Catos Führung an. Unermüdlich würde er sie auf den Tag vorbereiten, an dem die Menschheit sie brauchen würde. Wenn aus dem dunklen Unbekannten neues Leben auftauchte.

JìngXiàng hingegen brach auf. Sie schnitt die Rook weiter auf ihre eigenen Bedürfnisse zu und begann das All zu durchwandern, um ihre eigenen Gefühle zu begreifen.

Und irgendwo, an einem schneeweißen Strand, mit azurblauem Meer, zwischen den grünen Palmen, unter einem sonnenklaren Himmel, in einer selbstgemachten Hängematte, entspannte sich ein Mann, der einst ein Schmuggler gewesen war.

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Log25
Nemesis

Die Scavenger begaben sich zu ihrem Treffen mit dem Informanten, der den Widerstand gegen das faschistische Regime der Terranischen Allianz unterstützte. Sein Deckname lautete schlicht Bob, seine Motive waren ebenso völlig mysteriös – doch schien es ihm wichtig zu sein, eine Revolution heraufzubeschwören, umzusetzen und dem Feind seine Führung zu rauben. Durch die Hand der Scavenger.

Er überreichte ihnen die Zugangsdaten zur Himmelszitadelle – dem Endpunkt des Weltraumaufzugs und HQ der Allianz -, Codes zum Aktiveren der Kommunikationsanlage, sowie einen Datenstick mit einem Programm, das die Scavenger dazu befähigen würde der Schlange den Kopf abzuschlagen – Godslayer.

Die Scavenger drangen schließlich in einem subtilen Manöver in die Himmelszitadelle ein, aktivierten die Komm-Systeme um Verstärkung anzufordern (darunter eine Zerstörerflotille der New Eden Republic und den Ordo Sancta Victoria Astris) und befreite die Gefangenen des Regimes. Dabei trafen sie auch auf Charon Aquila Quintus, der zum Feind übergelaufen war, da er mithilfe von Adonai die Alte Ordnung der Konklave wiederherstellen wollte, auf den Empathen/Inquisitor Mand’schu und erfuhren, dass es sich bei “Bob” um einen Transzendentenavatar handelte.

Die Helden evakuierten die Gefangenen schließlich zum Zeitpunkt, als im Orbit von Terra eine große Raumschlacht entbrannte und flogen mit einer Rettungskapsel, mehr oder weniger durch Godslayer erzwungen, zur Raumstation Nemesis.

Dort trafen sie auf auf Charon, Mand’schu, Tiamat und Adonai, die sie in einem intensiven Kampf schließlich besiegen konnten. 鏡像 (JìngXiàng) Morales tötete den feindlichen Empathen, Cato tötete zunächst Tiamat und begab sich in ein Duell mit seinem Vater Charon. Was zunächst als perfekte Choreographie begann, in der keiner von beiden die Überhand gewinnen konnte, wurde immer mehr zu einem erschöpften Hacken, Hauen und Stechen, in dem schließlich Cato seinen legendären Vater entwaffnen konnte.
Felix, der zuvor von Charon schwer verletzt wurde, und Betty versuchten Godslayer auf die Steuerkonsole in der Mitte der Plattform aufzuspielen, wobei sich Adonai ihnen erbittert widersetzte. Mittels spezieller Projektoren wirkte er auf die Hirnströme seiner Gegner ein, flößte ihnen schwere Halluzinationen ein und warf Felix in einen epileptischen Anfall mit anschließendem Schock. Betty hielt lange genug durch, um Godslayer schließlich sein Werk verrichten zu lassen.

Das Programm vernichtete Adonai endgültig, jedoch nicht bevor dieser seine letzte Warnung preisgeben konnte:

“Ihr Narren! Ihr unendlichen Narren! Ich war das Einzige, was zwischen der Menschheit und der Finsternis stand! Findet Alpha bevor alles zu spät ist!”

Dann wurde es still im Raum, die Lichter erloschen und die Konsole zeigte nur noch ein einziges goldenes Emblem an:

Helios

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Log24
Flucht von Meridas III
Flucht von Meridas III

Nachdem die Scavenger die bevorstehende Hungerkrise in New Hope bewältigten, indem sie den Proviant und das dazugehörige Equipment der terranischen Expeditionsflotte sicherten, bereiteten sie die Verteidigung gegen den zu erwartenden Angriff vor.

Sie entschlossen sich, die Celestial Tear im Feld der Tränen zu tarnen, um die Flotte der Terranischen Allianz aus dem Hinterhalt anzugreifen. Gleichzeitig bereiteten sie eines der Wracks darauf vor, von den Terranern geborgen zu werden, und stationierten die Wendigo unter Führung von Cato Aquila Sixtus auf dem ehemaligen Kanonenboot Escrima. Sie würden bei einer Bergungsaktion das feindliche Schiff entern und von innen heraus aufreiben. Weiterhin ließ Cato die alte Kriegsrüstung seines Vaters endgültig reparieren.

Schließlich traf die Angriffsflotte der Terraner ein: Die Esmeralda, ein Frachter der Novatec-Baureihe Cargolifter in einer Passagiervariante. Sie wurde eskortiert vom zweitgrößten Kriegsschiff der Erdlinge, dem Kreuzer Redeemer, sowie dem Kanonenboot Dvorak.

Bethany Ivanova konnte die Sensor-Signale, gemeinsam mit der Erfahrung von Felix Schleicher, auswerten und die angreifenden Schiffe bestimmen. Auch fielen ihr seltsame Energiesignaturen von der Planetenoberfläche auf, die wohl von der Polarregion stammen könnten – möglicherweise war zuvor das dortige Spiegeltor benutzt worden. War es vielleicht eine dritte Fraktion? Schicksalhafterweise konnte Betty die weiteren Signale, die aus dem Planetenschatten kamen, nicht erkennen.

Die Redeemer begann, wie vorhergesehen, mit der Bergung der Escrima und die Wendigos überfielen das Schiff, während 鏡像 (JìngXiàng) Morales das Feuer auf die kleinere Dvorak eröffnete.

Die Terraner wurden massiv überrascht. Die Dvorak musste schwere Schäden hinnehmen, während die Besatzung der Redeemer erste Verluste an der Besatzung erlitt. Die Esmeralda setzte ihren Weg zur Planetenoberfläche unbeirrt fort, während die Kriegsschiffe nun wiederum die Celestial Tear Ins Visier nahmen und das Feuer eröffneten. Nur der auf Maximum laufenden Tarnvorrichtung, sowie den Flugkünsten von Felix Schleicher war es zu verdanken, dass keine der massiven Railgun-Breitseiten der Redeemer die Fregatte der Scavenger traf. Der Transzendent Celestial Tear musste Felix jedoch mehrmals auf dessen stark angestiegenen Puls hinweisen.

Im weiteren Verlauf der Kämpfe wurde die Dvorak restlos zerstört, während die Wendigo auf der Redeemer ein Blutbad anrichteten, aber vor der Brücke auf ernsthaften Widerstand stießen. In diesem Augenblick erkannte Betty ihren Fehler bei der Analyse der Sensordaten:

Am Planetenhorizont tauchten zwei KI-gesteuerte Zerstörer auf, die wegen ihrer schiffszerschneidenden Laser nur als Ripper berüchtigt waren, und setzten schon bald ihre Schwärme an Kampfdrohnen aus, die auf das Kampfgebiet zurasten. Die Scavenger bemühten sich notgedrungen um eine Not-Allianz mit den Terranern, doch forderten diese mit relativer Gelassenheit den Rückzug der Wendigo.

Ein Aufklärung der Situation war nicht in Sicht und als die KI-Schiffe das Feuer auf die Celestial Tear eröffneten und die Terraner dabei aussparten, beschlossen die Meridianer zu fliehen. Die Wendigo kaperten ein Shuttle und in einem halsbrecherischen Manöver wurden sie im Hangar der CT eingefangen. Unter Feuer durch die KI, bei der es sich wohl um Beholder oder Helios handeln musste, da die anderen Systeme nicht ins Schema passten, flohen die Scavenger zum nächsten Spiegeltor und verschwanden in den Rauchenden Spiegel.

Flug durch Eridanus

Nach einer kurzen Phase des Sammels, überdachten die Scavenger ihre Optionen und beschlossen zur Erde zu fliegen. Dazu wollten sie den Weg nutzen, den die Celestial Tear bereits auf ihrer Flucht von dort genommen hatte: Durch den Spiegelriss im Eridanus-System.

Die dortige Anomalie, ein Riss der die Grenze zwischen Realität und Spiegelraum überwand, war im Letzten Krieg durch den einzigen Einsatz einer Dimensionswaffe entstanden. Und erlaubte so eine unerkannte Verbindung zwischen Eridanus und Sol. Dieser Riss wirkte stets wie eine Ebene, egal aus welcher Richtung man sich annäherte, sie strahlte ein diffuses Licht aus, das aus dem Nichts zu kommen schien. Der Riss war unwirklich. Unnatürlich.

Und doch steuerten die Scavenger zielgerichtet hinein, weil es ihre einzige Hoffnung war unerkannt zur Erde zu gelangen. Sie ließen das von Trümmern übersähte Eridanus-System hinter sich, nervös durch die dortige Abwesenheit jeglichen natürlichen Lebens, und das stetige Rauschen einer Audio-Ausstrahlung. Eine Live-Übertragung einer weiblichen, gebrochenen Stimme, die stets “Wo sind meine Kinder? Ich muss meine Kinder schützen…” wimmerte, deren Quelle sie nicht orten konnten.
Viele der Trümmer trugen die Aufschrift Phalanx.

Terra

Und schließlich… Terra. Die Wiege der Menschheit. Die kleine, blaue Murmel. Ein seltsamer Frieden überkam die Crew der Celestial Tear. Trotz der ganzen Gewalt und Zerstörung, hatte dieser Planet eine natürliche Schönheit, die immer erhalten geblieben war.

Der Mond war von einem künstlichen Ring aus angeschleppten Asteroiden geschmückt, die einst von Minenunternehmen ausgeschlachtet wurden, und den Äquator der Erde zierte ein riesiger Weltraumaufzug – eine gigantische Konstruktion, bei der eine Art Seil zu einem künstlichen Gegengewicht im geostationären Orbit führte und in deren Mitte eine große Weltraumplattform angebracht war, die als Schiffsverladestation und mutmaßliches Hauptquartier fungierte. Über all das legte ein zweiter Erdtrabant seinen Schatten, eine bisher unbekannte, sphärische Konstruktion mit beinahe zehn Kilometern Durchmesser – im Letzten Krieg hatte es Gerüchte über ihren Bau gegeben, doch ihre Existenz war bis zu diesem Moment den Scavengern vollkommen unbekannt.

Die Scavenger beschlossen die Flotte der Terranischen Allianz, allen voran die Marduk und ihre zahlreichen Begleitschiffe zu meiden. So tarnten sie die Celestial Tear mithilfe ihrer Stealthsysteme im Schatten des Mondes und flogen mit dem erbeuteten terranischen Shuttle zur Oberfläche der Erde, zur Basis des Weltraumlifts, ins alte, ecuadorianische Quito.

Auf Felix alte Schmugglerfähigkeiten war Verlass. Souverän landete er in einem der Außenbezirke der Stadt und ihre etwa 200.000 Einwohner schöpften scheinbar keinerlei Verdacht. In die erbeuteten Marine-Uniformen der Escrima gekleidet, betraten die Scavenger einen totalitären Staat, mit starker Militärpräsenz und einer verunsicherten Zivilbevölkerung. Die Menschen, denen sie begegneten, waren vollkommen auf Unscheinbarkeit und die Erfüllung ihres Solls fixiert.

So betraten sie, mangels brauchbarer Alternativen, einen unirischen Irish Pub. Der frühen Stunde entsprechend war der Laden entsprechend schwach befüllt. Nur einige wenige Seelen, die gerade ihre Schichten beendet hatten, versuchten hier etwas Ablenkung zu finden. Und als die mutmaßlichen Militärs den Laden betraten, starrten sie übertrieben fasziniert auf ihre leeren Teller und Gläser.

Die Scavenger beschlossen, rollengerecht, mit dem Wirt ins Gespräch zu kommen. Ein sehr junger Mann, der sehr fleißig den letzten Dreck aus einem blitzblanken Glas zu entfernen suchte. Betty übernahm die Initiative und forderte zunächst die Schanklizenz ein. Der Junge, sicherlich erst um die 17 Jahre alt, suchte, vollkommen verängstigt, sämtliche Regale am Tresen ab, bis er schließlich den entsprechenden Zettel fand und hoffte, seine Pflicht getan zu haben. Die Scavenger wichen jedoch vom erwarteten Protokoll ab, als sie den Jungen nach seinem Ausweis fragten.

Mit angstgeweiteten Augen stammelte dieser, er hätte ihn in der Küche liegen und müsse ihn kurz holen. Als er merkte, dass die verkleideten Scavenger ihm folgten, stieß er ein auffälliges, nervöses Husten von sich, bevor er verängstigt die Küche betrat. Diese war erstaunlich aufgeräumt und leer, und erleichtert stellte der Junge fest, dass er seinen Ausweis doch bei sich trug.

Doch die Empathin spürte, dass jemand in der Kühlkammer noch lebte und gab dem Wendigo einen Hinweis. Dieser beschloss eine Hygieneuntersuchung der Kühlkammer vorzunehmen und musste feststellen, dass diese von innen verriegelt war. Er “bat” den Jungen, auf Wendigo-Art, die Kammer zu öffnen. Der Junge verlor schließlich die Fassung und beteuerte unter Tränen, dass er nichts über den Widerstand wisse, und dass er nur ein paar Augenblicke für seinen Onkel die Theke übernehmen sollte.

Auf weiteres Bitten des Wendigos (man schlägt einem Wendigo keine Bitte ab, ohne eine Kompanie im Rücken zu haben) ließ er schließlich die Kammer per Klopfzeichen öffnen. Es kamen zwei ältere, durchgefrorene Herren, mutmaßlich Vater und Onkel des Jungen, zum Vorschein.

Betty bemühte sich nun darum, die Fassade der bösen Militärs fallen zu lassen und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, doch der Vater des Jungen kam ihr zuvor. Er erkannte Betty als die Tochter der grauen Eminenzen des Widerstands, und fiel ihr tränenüberstürzt um den Hals:

“Oh, Betty, es tut mir so leid. Sie haben deine Eltern.”

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Log23
Kanonenboot Escrima

Die Scavenger reparieren die Celestial Tear und bauen eine Tarnvorrichtung ein, die hilft die Signaturen des Schiffs zu minimieren. Die Stealth-Fähigkeiten des Schiffes müssen kurzfristig in der Praxis erprobt werden, als zwei Kanonenboote der Terranischen Allianz auftauchen um das “gestohlene” Schiff zurückzufordern.

Die Helden von Meridas III bleiben siegreich und schießen beide Kanonenboote kampfunfähig, nehmen die Besatzungen gefangen und schlachten die rauchenden Wracks aus. So gewinnen sie weitere Informationen über die Terranische Allianz und ihre Kriegsherrin Tiamat, die vorhaben die Bevölkerung von Meridas III zu unterjochen. Mithilfe der Trümmer gelingt es den Scavengern die Waffen der Celestial Tear weiter zu optimieren und sich auf die Entscheidungsschlacht um das Schicksal von New Hope vorzubereiten.

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Log22
Heimatfront

Die Scavenger müssen feststellen, dass nicht alle Bewohner von New Hope die selbe Vorgehensweise zur Rettung der Siedlung bevorzugen. Gegen die Meinungen des Vorsitzenden der Meridianischen Landwirte und Abt Linus, die die Unterwerfung oder Flucht mit der Purgatory vorziehen würden, beschließen die Helden das errungene Nanokonstruktionskit zur Wiederherstellung der beschädigten Celestial Tear einzusetzen.

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Log21
Celestial Tear

Felix Schleicher wartete geduldig im Hangar auf die anderen Scavenger und vertrieb sich die Zeit mit kleineren Reparaturen und Optimierungen am treuen Mistkäfer-Shuttle der Gruppe. Seine Arbeit wurde jäh unterbrochen, als ein gutes Dutzend Schläger des Red Star den Hangar betraten und, mit diversen Hiebwaffen gerüstet, auf das Shuttle zustürmten. Felix behielt die Nerven, startete routiniert die Triebwerke und, nachdem er die Luftschleusensteuerung von Bord des Shuttles aus übernommen hatte, entkam in die obere Athmosphäre des Planeten. Schnell setzte er sich mit seinen Gefährten in Verbindung und stieß zu ihnen an Bord der Celestial Tear, nachdem er im dortigen Hangar gelandet war.

An Bord der schwer beschädigten Fregatte wurde den Scavengern klar, dass die Leerwandler der Acht Fäuste sich ihnen anschließen würden, sobald sie die wichtigsten Schäden repariert und die Andockvorrichtungen gelöst hätten – was rund 90 Minuten dauern würde. Schnell machte das Schiffsbewusstsein die Gruppe jedoch auf die äußerst aggressiven Mitglieder von Black Sun aufmerksam, die durch die Luftschleuse und zumindest drei, durch Einschüsse hervorgerufene, Zugänge in das Schiff eindringen wollten.

Sofort machten sich Cato und Felix auf die Zugänge zu sichern. Felix besorgte umgehend ein Schweißgerät um die Schotte zuzuschweißen. Cato hingegen sammelte unterwegs einen militärischen Hochleistungs-Feuerlöscher ein, zog sein Schwert und trat in die Luftschleuse. Die verdutzten Gegner, die gerade ein gewaltsames Eindringen vorbereiteten, gafften den Wendigo mit offenen Mündern an, als dieser verkündete, der Feuerlöscher sei ein hochmoderner Schrapnellwerfer, der mit einem Schuss hunderte Makropartikel in den engen Korridor feuern und ein Blutbad anrichten würde. Seine Einschüchterung war dermaßen effektiv, dass sich die Luft schnell mit dem Geruch von Angstschweiß füllte. Eine Witterung, die den Wendigo in allerhöchste Zufriedenheit versetzte. Der Offizier der Black Sun-Truppe hatte kein glückliches Händchen dabei die Kampfmoral wiederherzustellen und so entschärfte sich diese Front schon bald.

Felix hingegen verschweißte auf die Schnelle zwei Schotts, Celestial Tear meldete jedoch, als der Schmuggler auf dem Weg zum dritten Tor war, dass sich Feinde über die Schiffsaußenhülle näherten. Schnell rannte der Schleicher zum näherliegenden Hangar, startete das Shuttle und versperrte mit diesem im letzten Moment den Zugang zur Fregatte und vertrieb die Beinahe-Eindringlinge.

Schließlich konnte die Celestial Tear wieder starten und nach einem einwöchigen Flug erreichten die Scavenger den Orbit von Meridas III.

Felix stellte eine umfassende Schadensliste zusammen und, als die Gruppe schließlich wieder in New Hope gelandet war, konnte eine erneute Lagebesprechung mit dem Rest der Scavenger und dem Bürgermeister stattfinden.

Zusammenfassen lassen sich die Probleme der Siedlung wie folgt:

  • Die erwachte KI Excalibur bedroht noch immer die Siedlung und es ist unklar, wo und wann sie, wenn überhaupt, zuschlagen wird.
  • Es lag ein Ultimatum zur Unterwerfung und dadurch erfolgende Erlösung (mit mutmaßlicher Reise ins Gelobte Land: Terra) durch eine Botschafterin einer feindlichen Macht vor. Ablauf in inzwischen sieben Wochen.
  • Durch den Verlust der letzten Ernte wären die Lebensmittelvorräte in knapp fünf Wochen verbraucht.

Es stellte sich somit die Frage, ob sich die Siedlung unterwerfen und so möglicherweise retten lassen würde, oder ob sie flüchten, oder gar kämpfen würden. Innerhalb der Siedlung schien es deswegen bereits zu Spannungen gekommen zu sein.

Bezüglich der Reparaturen von Purgatory und Celestial Tear war folgendes zu sagen:

  • Die Celestial Tear erforderte für minimale Operationsfähigkeit ein Nanokonstruktionskit, sowie eine Minimalbesatzung von etwa 10 bis 20 Personen. Weitere Reparaturen würden die Leistung und Kapazität des Schiffes verbessern. Es wäre aber auch im Optimalfall nicht geeignet, die komplette Siedlung zu evakuieren.
  • Die Purgatory wäre nach Einsatz eines Nanokonstruktionskits zu 90% repariert, aber noch immer nicht endgültig flugfähig.
  • Nanokonstruktionskits waren sehr schwer aufzutreiben und erforderten einen signifikanten Aufwand.

Nach reiflicher Überlegung.erkannten Cato und Felix, dass sie ihre besten Chancen in einer Reparatur der Celestial Tear sahen und der Wendigo war sogar optimistisch sich mit dem Schiff und der richtigen Taktik auch gewaltsam gegen die Unterwerfer wehren zu können.

So beschlossen sie, mit dem Segen des Bürgermeisters, das Nanokonstruktionskit von Bord der Purgatory zu holen, als sie in der Tür von Magnus Herbergsen, Vater des Bürgermeisters und Vorsitzender der Meridas Agricultural Company, abgefangen wurden und dieser, mit der MAC im Rücken, seinen eindeutigen Widerstand gegen diese Vorgehensweise erklärte.

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Log20
Ärger auf dem fliegenden Sarg

Den Spuren folgend, gelangten die Scavenger schließlich in den Orbit von Meridas VI und tauchten langsam in die Atmosphäre des Gasriesen ein. 鏡像 (JìngXiàng) Morales ließ sich von den Instrumenten des Mistkäfer-Shuttles leiten, bis schließlich aus dem Nebel die Umrisse des fliegenden Sargs sichtbar wurden und sie im Shuttle-Hangar der Station landen konnten.

Das folgende “Wer-bewacht-das-Schiff”-Strohhalmspiel entschied Felix Schleicher spektakulär für sich, sodass Betty, die Empathin und Cato begannen die Station zu erkunden. Ein etwas veralteter Servicebot erwies sich zwar als kompetent was die Betankung des Shuttles anging, hatte aber ansonsten wohl nur veraltete Datenspeicher. So lagen das Büro des (anscheinend nicht existenten) Hafenmeisters und die “Gastronomie” in ein und demselben Raum.

Darauf vertrauend, dass die Bar der Station ein guter Ausgangspunkt für die Suche nach dem abgeschleppten Schiff war, betraten die drei den einzigen ausgewiesenen Entertainment-Betrieb der Station. Wirkte die Station schon vorher recht desolat, so war die Bar ein Hort der Apathie und des Verfalls. Zumindest schienen hier all diejenigen versammelt, die gerade auf die Betankung ihres Schiffes warteten, keine dubiosen Geschäfte zu tätigen hatten oder sich einfach langweilten.

Ein schneller Blick in den Raum offenbarte den Scavengern, dass sich hier allerlei zwielichtige Gestalten aufhielten. Abgesehen von den diversen einzelnen Reisenden, Händlern und Piloten, saßen offenbar auch Gruppen von drei verschiedenen Banden im Raum: Black Sun, Red Star und Blue Moon. Alle drei Gruppen waren einander spinnefeind, doch an diesem Ort achteten sie den Frieden und die Neutralität des Hauses. Weiters sahen die Scavenger eine Gruppe von vier Reisenden, die einen großen Tisch besetzt hielten, sowie einen einzelnen Reisenden in der Ecke des Raumes, der von dort aus den ganzen Raum im Blick hatte.

Zielgerichtet suchten die Scavenger das Gespräch mit dem Barkeeper Bob. Er erkannte Cato von einer früheren Begegnung, als dieser zu der Station kam, um seinen Vater zu finden und dessen alte Kampfrüstung zurückzuholen, wobei es zu einem größeren Kampf gekommen war. Bob wies Cato darauf hin, dass es ihn nicht interessiere, ob Cato oder die Black Sun den ersten Schuss abgefeuert hätten, sondern dass Bob letztlich das Blutbad aufräumen musste und die Black Sun diesen Zwischenfall mit Sicherheit nicht vergessen haben. Auch erinnerte Bob daran, dass die Red Sun, die in die Schusslinie geraten und von Cato erledigt worden waren, ebenfalls ein Interesse an Catos früherem Dahinscheiden hätten. Ganz zu schweigen von den Blue Moon, die auf bizarre Art und Weise ebenfalls in diesen Konflikt verwickelt waren. Die drei Banden hassten zwar einander, aber noch mehr hassten sie Leute, die sich ihnen entgegenstellten.

“Cato, beim letzten Mal ging es genauso los. Du kamst her, hast nach dieser blöden Rüstung gefragt, und am Ende gab es ein Blutbad.”
Barkeeper Bob zu Cato

Um ihre Frage nach dem abgeschleppten Wrack zu beantworten: Die Black Sun hatten es hergeschleppt und Anspruch darauf erhoben und natürlich hätten auch die anderen Banden ein Interesse an dem Schiff.

Cato ging, nachdem er sein Getränk erledigt hatte, uneingeschüchtert zum Tisch der Black Sun und forderte das Schiff zurück. Bevor die Lage eskalieren konnte, mischte sich Betty ein und machte den Black Sun ein Angebot. Sie wüsste, dass die Bande das Schiff nicht flugfähig kriegen würden, doch sie könnte dem Abhilfe schaffen. Im Gegenzug forderte sie Zugang zum Bordcomputer. Leon, der Offizier der Black Sun, willigte ein, doch Cato ahnte, dass es eine Falle war. Und so, vor dem Verlassen der Kneipe, wies er den Barkeeper darauf hin, dass es in Kürze zu einem Blutbad kommen könnte. Aus seinen letzten Erfahrungen mit Cato weiser geworden, besorgte Bob umgehend einen Wischmopp und meldete die Scavenger zu einem kurzfristigen Termin mit Li Kao, dem Herrn der Station, an.

“Mein alter Freund, wie schön, dass du mich diesmal nur noch informierst, und mich nicht mehr nach meiner Erlaubnis für ein Blutbad fragst.”
Li Kao zu Cato

Der ehemalige Schmuggler schien von einigen Problemen belastet und seine Sprache triefte vor Ironie, als Cato ihn über den bevorstehenden Konflikt informierte. Li Kao erwähnte, dass die Black Sun noch immer Schwierigkeiten mit dem Zugang zum Schiff hätten. Und falls die Scavenger sein Problem mit den Acht Fäusten klären könnten, wäre er ihnen sehr dankbar. Er könne es nicht mehr hören, dass sich ständig Besucher der Station über fehlende Schiffsteile beschwerten, die nach dem Andocken verschwänden.

Beim Verlassen der Bar trafen die drei Scavenger auf einen kleinen Schlägertrupp der Blue Moon, die offensichtlich noch eine Rechnung mit Cato offen hatten. Deren Anführer machte klar, dass er Lust auf eine Schlägerei hätte und auch Bettys Versuch die Wogen zu glätten und die Blue Moon möglicherweise gegen die Black Sun auszuspielen, schlug fehl. Nur JingXiang schaffte es den Schläger zu einem Zweikampf mit Cato zu provozieren, denn sie spürte, dass der Typ zwar Angst vor Cato, aber noch mehr Angst vor der Bloßstellung vor seinen Kameraden hatte.

“Willst du mir sagen, dass du mir gerade PHYSISCHE Gewalt androhst? Wirklich?”
Cato zum Blue Moon-Schläger

Cato machte kurzen Prozess mit dem Schläger.

Unterwegs zu ihrem Treffen mit den Black Sun, deckte sich Betty noch mit allerlei Material ein und bastelte einen kleinen Sprengsatz zusammen, für einen eventuellen Konflikt. Auf dem Weg zur Luftschleuse, sahen sie aus dem Fenster der Andockstation, dass es sich bei dem Schiffswrack wohl um eine alte Fregatte der Liga der Freien Welten handeln musste, mit diversen Kampfschäden, aber offensichtlich in keinem hoffnungslosen Zustand. Und ebenso sahen sie einen Schatten über das angedockte Schiff huschen.

Betty erarbeitete mit der Empathin einen Plan, wonach sie erst eine kompliziert aussehende Reparaturarbeit an der Tür vornahmen und Betty dann unerkannt den ID-Kristall zum Öffnen der Tür nutzen würde. Unter den Augen der Black Sun-Wachen lief dieser Plan auch reibungslos ab. Nur blieb die Tür verschlossen.

“Ich bin die Stimme aus dem Off. Muahaha.”
Lautsprecherstimme zu den Scavengern

Stattdessen ertönte eine Stimme aus einem Lautsprecher, die die Anwesenden mit einer gewissen Lockerheit begrüßte und feststellte, dass die drei Scavenger nicht zu den Black Sun gehören würden. Den Hinweis verstehend, folgten die Scavenger der Einladung des Fremden zu einem persönlichen Treffen auf der Brücke und huschten durch die Innentür der Luftschleuse, die sich blitzschnell hinter Cato schloss. Das wütende Hämmern der ausgeschlossenen Black Sun-Leute war die Folge.

Auf der Brücke des Schiffes trafen die Abenteurer jedoch nicht auf einen Captain oder dergleichen, sondern auf vier Leerwandler der Acht Fäuste, die anscheinend dabei waren, das Schiff auszuschlachten.

Es drohte zu einem Konflikt zu kommen, doch Cato erinnerte sich an die Lichtsprache der Leerwandler und schaffte es mit ihnen zu kommunizieren. Die Leerwandler teilten ihm mit, dass sie hier arbeiten würden. Das Schiff sei nicht endgültig verloren. Cato lud sie ein, Teil der Schiffscrew und der Gemeinschaft von New Hope zu werden und mit ihnen den fliegenden Sarg zu verlassen. Die Leerwandler verließen daraufhin zur Beratung das Schiff und die Scavenger fanden sich alleine in der Brücke der Fregatte wieder.

Verwundert über die Herkunft der Lautsprecherstimme, ließ diese nicht lange auf eine ordentliche Vorstellung warten. Aus einer Konsole fuhr ein Steuerknüppel hervor, das einzige Werkzeug, dass das Schiff zum Händeschütteln anbieten konnte.

“Ich bin, oder ich war, Celestial Tear.”
Lautsprecherstimme zu den Scavengern

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Log19
Eine Konversation mit Adonai

Cato stand auf einem steinigen Hügel, auf einem öden Felsplaneten. Der Boden war kahl und trostlos, die Luft eisig. Am Fuße des Hügels stand die XIII. Legion und wartete auf seinen Befehl. Im Hintergrund ragten die Antennen und Kuppeltürme einer Militärbasis der Liga der Freien Welten in die Luft. Ihr flackernder Energieschild machte ein Bombardement zwecklos, doch ihre Eroberung war strategisch notwendig und ein Sturmangriff unausweichlich. Cato hatte ein flaues Gefühl im Magen, doch er wusste, dass es sein musste und so hielt er eine inspirierende Rede und seine Truppen reckten in ihrem Jubel die Waffen empor. Cato setzte sich an die Spitze der Truppen und führte sie direkt zum Angriff auf die feindlichen Stellungen. Das Feuer der Verteidiger empfing sie, Geschosse zischten und pfiffen an Catos Ohren vorbei, bis ihn schließlich ein helles Licht blendete.

Hellwach starrte er auf die offene Tür seiner Kabine, in der Schwertmeister Zeno stand. Er nickte ihm zu und verschwand im Korridor. Es war sechs Uhr morgens, noch vor dem Morgensport, -gebet und Frühstück. Es war Zeit für das vereinbarte Duell.

Cato hatte sich, gemäß der Traditionen der Wendigo, für das Duell nach dem Ritus des Schmerzes entschieden. Er und Zeno würden gegeneinander kämpfen, bis einer von ihnen den Sieg des anderen anerkannte.

Im Dojo des Schiffes begegneten sich die beiden Wendigo mit großem Respekt, doch war ihr Kampf nicht weniger ernsthaft. Dabei gelang es Cato schnell die Oberhand zu gewinnen, und obwohl er den einen oder anderen Schlag einstecken musste, traf er Zeno lähmend am Oberschenkel und brach ihm mit einem gezielten Ellenbogenschlag das Schlüsselbein. Obwohl Zeno bereit war sich, seiner Ehre als Schwertmeister wegen, weiteren Schmerzen auszusetzen, erinnerte Cato ihn auch an seine Pflicht dem Orden gegenüber und so gestand Zeno ihm den Sieg zu.

“Ich erkenne deinen Sieg an, bis zu unserem nächsten Aufeinandertreffen.”
Traditionelles Eingeständnis der Niederlage der Wendigo

Das Wesen des bisher eher distanzierten Schwertmeisters lockerte sich nach dem Duell wesentlich und die beiden Duellanten fanden sich schon bald in einer fruchtbaren Konversation wieder. So tauschte Cato seine vertraute Feuerwehraxt gegen einen soliden und gut gepflegten Anderthalbhänder aus Zenos Waffensammlung ein. Auch empfahl Zeno bei einer zukünftigen Gelegenheit ein Sparring mit der Großmeisterin, diese wäre selbst für Cato eine Nummer zu groß.

Wesentlich interessanter waren jedoch die Erkenntnisse, die Zeno bezüglich Charon Aquila Quintus liefern konnte. So seien sich die beiden vor einigen Monaten auf Apollo, im Olympus-System begegnet. Sie hätten sich duelliert, woraus Zeno eine große Narbe, quer durch sein Gesicht mitgenommen hatte. Charon wollte ihn rekrutieren, doch Zeno weigerte sich den Orden zurückzulassen, da er hier das Gefühl habe, für eine wichtige Sache zu kämpfen. Catos Vater indes schien darauf versessen zu sein, die Wendigo zu einen und für eine gerechte Sache kämpfen zu lassen. Es schien, als würde er Richtung Terra aufbrechen, in Begleitung einer Frau, ähnlich einer von Catos Begleiterinnen – Jingsu. Einer der Komturen des Ordens hatte diese zuvor angeblich als “Inquisitor” bezeichnet. Zeno war jedoch mangels Wissen nicht in der Lage weitere Details zu nennen. Auch eine erneute Audienz bei der Großmeisterin oder den Komturen war höchst unwahrscheinlich, und so musste sich Cato mit diesen Antworten begnügen.

“Die Vorboten der Vernichtung. Der Tod folgt euch in euren Fußstapfen.”
Adonai zu den Scavengern

Nach dem gemeinsamen Frühstück kamen Cato, Betty und Jingsu am Gebetsraum der Großmeisterin vorbei, vor dem sie Tags zuvor auf sie gewartet hatten. Wohl zu Disziplinarzwecken waren zwei junge Novizen zur Wache eingeteilt worden, von denen sich einer prompt, wohl einem problematischem Essen geschuldet, in Richtung der Toiletten entschuldigte. Jingsu, einem plötzlichen Impuls folgend, beschloss herauszufinden, was sich im Gebetsraum befand. Die unerfahrene Wache wurde prompt von Cato abgelenkt, während Jingsu und Betty durch die Tür schlüpften.

Innen fanden sie einen kleinen, schlichten Raum in Marmoroptik, mit einfachen Verzierungen und Kerzen an den Seiten, einer kleinen Gebetsbank in der Mitte und einem steinernen und einfach geschmückten Altar gegenüber der Tür. Wie durch Geisterhand geführt, eilte Jingsu zum Altar, und begann ihn mit ihren Händen abzutasten und zu fühlen. Plötzlich ließ sie ein helles Licht, blendend wie tausend Sonnen, zurücktaumeln und gegen Betty stoßen. Über dem Altar war ein Busch erschienen, lichterloh in Flammen stehend, den kleinen, dunklen Raum erhellend. Die aus dem Nichts stammende Stimme klang tief, metallisch scheppernd und unheilvoll.

“Euer Verstand ist zu beschränkt, um mein Wesen wahrhaftig zu begreifen. Wisset, dass ich der Herr bin. Der Schöpfer und Zerstörer. Der Neuanfang. Die letzte Hoffnung der Menscheit die Diaspora zu beenden und ihre selbst beschworenen Dämonen auszutreiben. Ich bin der Herr. Ich bin Adonai.”
Adonai zu den Scavengern

Adonai erwies sich als eine treibende Kraft hinter dem Tun des Ordens, deren Großmeisterin er als seinen Avatar, den Orden selbst als sein Schwert bezeichnete. Sein ultimatives Ziel schien das Ende der menschlichen Diaspora und die Vernichtung der KI zu sein und er richtete die beiden Scavenger darauf ein, dass sie vor der Wahl stünden ihr Volk in die Erlösung, oder in die Verdammnis zu führen. Für den Empathen hatte er eigene Worte, die wie Donnerschläge in ihrem Kopf hallten. Es spürte Adonais durchdringenden Blick bis in sein Herz eindringen, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern liegen, und infernalische Schmerzen seinen Kopf zerreißen.

“Und du, Abtrünnige, wirst dich nicht länger deiner Bestimmung widersetzen. Du wurdest geschaffen zu beobachten und die Wahrheit herauszufinden. Nicht sie zu verstehen.”
Adonai zu Jingsu

So schnell wie sie hereingekommen waren, verließen Betty und Jingsu den kleinen Raum wieder und beschlossen die letzten Tage auf dem Schlachtschiff des Ordens ruhig angehen zu lassen. Ihre erste Priorität war es ihre Beute zurück nach Meridas III zu schaffen.

Der Abschied vom Orden war kurz, aber relativ herzlich. Der Eintritt in die Atmosphäre von Meridas III alles andere als Routine, doch Jingsu bewies erneut seine fliegerischen Fähigkeiten. Nicht nur verhinderte es ein Verglühen in der Atmosphäre, und fand, mit Bettys Hilfe, den Weg zurück nach New Hope, sondern flog auch im Landeanflug stilvoll durch das stählerne Gerippe eines verwüsteten Hochhauses der toten Stadt. Bei ihrem Überflug sah es, dass die Stadt nicht von Excalibur vernichtet worden war, doch marodierende Dinosaurier hatten eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Die Scavenger wurden mit großer Freude willkommen geheißen und fanden sich schon bald im Gespräch mit dem Bürgermeister wieder, den sie auf den neuesten Stand setzten. Auch in New Hope hatte sich einiges getan.

Die Tierwelt des Planeten war in den letzten Tagen wesentlich aktiver als sonst, und die Ernte dieser Saison war vollkommen vernichtet worden, ebenso wie große Teile der äußeren Barrikaden. Auch waren einige der Patroullien nicht mehr zurückgekehrt. Die Vorräte würden nur noch für wenige Wochen reichen, die Lage war alles andere als entspannt.

Zwar hatten sich die Bewohner von New Hope mit denen von God’s Army wiedervereint, und den alten Streit über ihre unterschiedlichen Ideologien größtenteils begraben können, doch waren bereits neue Fronten entstanden.

So war kurz nach Abflug der Scavenger eine Frau namens Mand’schu auf dem Planeten gelandet und in der kurzen Zeit ihrer Anwesenheit, hatte sie eine Botschaft überbracht.
Sie bot Erlösung durch Unterwerfung, und versprach die Rückkehr in das gelobte Land. Eine Antwort erwartete sie bei ihrer Rückkehr in knapp zwei Monaten und sie machte klar, dass es keinen dritten Besuch ihrerseits geben würde.
Es war anzunehmen, dass es sich bei dem gelobten Land um Terra handeln müsste, doch wem man sich zu unterwerfen habe, wurde nur vage mit einer “neuen Ordnung” abgehandelt.

Die Bevölkerung von New Hope hatte sich im Anschluss in zwei Lager aufgeteilt. Diejenigen, die eingeschüchtert durch die Präsenz der erwachten KI Excalibur und die Angriffe der lokalen Fauna waren, befürworteten die Rettung durch die Fremden. Andere hingegen waren nicht bereit ihre Freiheit aufzugeben. Auch die Wendigo waren aufgebracht und erwarteten eine Stellungnahme ihrer Anführer.

Auch die Überlebenden der abgestürzten Kapsel waren in der Zwischenzeit erwachten: Die 17 Jahre alte Jade und der 15-jährige Curtis Jackson, ein junges Geschwisterpaar. Im Gespräch erwies sich, dass sie in ihrer Kindheit mitsamt ihrer Heimatsiedlung von Fremden verschleppt und auf Terra gebracht wurden, wo sie in Fabriken arbeiten und u.a. Waffen herstellen mussten. Eines Tages, nachdem ihre Mutter vor Erschöpfung gestorben war, versteckten sie sich an Bord einer Frachtlieferung und gelangten in den Orbit um Terra, wo sie, gemeinsam mit einigen anderen Aufständischen, ein Schiff kaperten und das Sol-System verließen. Sie wurden dabei verfolgt und beschossen und nur sie beide überlebten die Reise. Das Schiff brachte sie bis nach Meridas III, wo sie schließlich die Rettungskapsel nutzen mussten.

Zum Schrecken der beiden Teenager, beschlossen die Scavenger das Schiff, das sich wohl noch im Orbit befinden musste, zu kapern und möglicherweise auch selbst den Weg nach Terra anzutreten.

Während Rook die weitere Reparatur der Purgatory vorbereitete, nahmen die anderen Scavenger von Jade einen Identifikationskristall entgegen, mit dem sie das Schiff betreten könnten und flogen mit ihrem Mistkäfer-Shuttle erneut in den Orbit. Dort stellten sie jedoch anhand von Antriebssignaturen fest, dass jemand vor ihnen dagewesen war und das Wrack verschleppt hatte. Und zwar in den Orbit von Meridas VI. Zum fliegenden Sarg.

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Log18
Ordo Sancta Victoria Astris
  • Begegnung mit dem Mandarin (RIP), dem Anführer der Einheimischen. Anscheinend ein Fremder, der den Fabrikkomplex aktivierte und dabei die Androiden erweckte. Wollte ein Utopia auf dem Planeten erschaffen und verdächtigte die Scavenger zu den van Ostades, einer Person namens Mandschu oder einer anderen lokalen Macht zu gehören.
  • Vernichtung der Stadt Caeresk mitsamt der einheimischen Bevölkerung bei einem Angriff der KI (offensichtlich nicht Excalibur). Der Energieschild wurde durch die Deaktivierung des Kraftwerks durch die Scavenger deaktiviert, nach der erfolgreichen Evakuierung der Helden und des Orden-Stroßtrupps, feuerte das Schlachtschiff des Ordens ein massives Projektil auf das Schlachtfeld, was die nähere Umgebung verwüstete und dabei auch die Armee der KI zerstörte.
  • Cato zerstörte mithilfe eines Fahrzeugs erfolgreich einen Lindwurm der KI.
  • Evakuierung zum Ordensschiff, Begegnung mit Großmeister Victoria. Zum Dank erhalten die Scavenger ihren Anteil an der Beute der Mission: Ein Nano-Konstruktionskit, das bei der Reparatur der Purgatory behilflich sein kann.
  • Victoria erklärte, dass sich ein Konflikt in der Galaxis anbahnt. Die KI ist aktiver als je zuvor seit dem Fall. Menschliche Fraktion rüsten zum Krieg gegeneinander (es ist auch die Rede von einer Kriegsherrin), wobei eine weitere Fraktion von der Versorgung mit Waffen massiv profitiert. Die KI indes wirkt zersplittert und sehr viel weniger fokussiert, als im Letzten Krieg.
  • Der Orden wird die Scavenger auf Meridas III absetzen und indes selbst in das Antares-System fliegen um dortige Vorkommnisse zu untersuchen, sowie um sich weiter aufzumunitionieren. Wenn die Zeit gekommen ist, so Victoria, wird der Orden im Kampf gegen die Künstlichen helfen.
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Der Schleicher

Kurz vor ihrem Aufbruch zur Kommandomission, werden die Scavenger von einem sich in den Häuserruinen versteckenden Mann angesprochen: Felix Schleicher, ein (angeblich) fliegender Schrotthändler, den sie bereits von seinen Handelstouren nach Meridas III kennen.

Dieser wurde im Orbit von Dumnonia mit seinem Schiff vom Viktoriaorden aufgebracht, seine (in den Schmuggellagern versteckte) Ladung von Waffen, Munition und Verpflegung beschlagnahmt und er mit leichtem Gepäck auf der Oberfläche von Dumnonia ausgesetzt.

Gemeinsam brechen sie, einige von ihnen mehr oder minder freiwillig, mit dem Stoßtrupp des Ordens zu ihrer Mission auf, das Kraftwerk von Caeresk auszuschalten. Unterwegs ändern sich die Missionsparameter:
- Die Scavenger sollen, gemeinsam mit Schwertmeister Zeno als Beobachter, das Kraftwerk unentdeckt deaktivieren, wofür sie Sprengsätze erhalten.
- Der Rest des Stoßtrupps infiltiert die kürzlich aktivierte Orbitalabwehrkanone, bevor sie dem Schlachtschiff des Ordens gefährlich werden kann.
Anschließend gemeinsame Evakuierung in den Orbit.

Die Scavenger schaffen es zunächst ins Innere des Kraftwerks. Felix stellt dabei fest, dass es sich beim Kraftwerksreaktor um einen nachträglich eingebauten Schiffsreaktor eines Raumfrachters handelt, den er, ohne Einsatz von Sprengstoff, überlasten kann.
Beim Verlassen des Kraftwerks stellt die Gruppe jedoch fest, dass sie entdeckt worden ist und muss sich zum Haupteingang des Gebäudes freikämpfen, wo sie feststellt, dass es von bewaffneten Menschen und Androiden umstellt ist.

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